Ein kleiner historischer Streifzug
durch die Geschichte von Schloß Kalteneck
Bauherr dieses Schlosses war Ritter Kaspar Schenk zum Schenkenstein, der damals die Ortsherrschaft über Bissingen im Kesseltal besaß. Dieser hatte das Schlossgut und die damit verbundenen Herrschaftsrechte für seinen Sohn Hans Schenk von Schenkenstein erworben und ihm auch sämtliche Besitzrechte überlassen. Hans war jedoch ein ganz übler Zeitgenosse, ein händelsüchtiger Trunkenbold, mit mehreren Todschlägen auf dem Gewissen. Sein letztes Opfer war seine Frau, die er einem alten Bericht nach, 1572 „jämmerlich erstochen“ hat.
Um 1570 wuchs das heutige Schlossgebäude an dem Quellweiher hervor. Der Bau ruht auf einem Fundament aus Eichstämmen, welches die damaligen Bauleute ummauerten und mit Erde aufgefüllt haben. Der Name „Kalteneck“ beruht auf den widrigen Ostwinden, die zur Winterszeit kalt „um´s Eck“ pfiffen. Beim Haus selbst handelt es sich um einen Renaissancebau mit vier eckigen Erkern. Zahlreiche Umbauten führten jedoch zum Verlust der architektonischen Urformen. Lediglich die Gewölbe im Restaurant sind noch erhalten.
Die gastronomische Tradition des Hauses geht auf das Jahr 1830 zurück. Der damalige Eigentümer Baron Franz Xaver von Linder hatte seine Herrschaftsrechte an das junge bayerische Königreich verkauft und als neuen Erwerbszweig die benachbarte Schlossbrauerei erbaut. Im Schlossgebäude selbst eröffnete er eine Gaststätte, in der er sein Bier angeboten hatte.
Der Gesamtbesitz ging durch Erbschaft an den Braumeister Geiger aus Gundelfingen über, der das Anwesen zu Ende des 19. Jahrhunderts an den Braumeister Michael Paulin aus Bergheim verkaufte. Seine Nachkommen sind heute Eigentümer von Schloß Kalteneck.
Die seit 1830 bestehende ununterbrochene Tradition verpflichtet uns, gepflegte Gastlichkeit mit einem ausgezeichneten Angebot aus Küche und Keller zu verbinden. |